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Entstehung der Militärmusik PDF Drucken E-Mail

Begriff und Geschichte der Militärmusik

Als Militärmusik bezeichnet man die im militärischen Bereich entwickelte Blasmusik aller Besetzungen mit dem Marsch als Kern. Historisch gesehen hatte die Militärmusik nicht nur einen praktischen Zweck, sondern auch die Aufgabe, die Stimmung der Truppe zu beeinflussen und psychologische Wirkungen auszuüben. Signale waren nicht bloß zur Befehlsübermittlung gedacht, sondern flößten den Soldaten Disziplin, Kraft und Kampfgeist ein. Sie sollten die Truppe beflügeln, ihren Mut steigern und den Gegner verwirren.

Entwicklung

Älteste schriftliche Quellen aus vorchristlicher Zeit erwähnen den Gebrauch von Signalinstrumenten zum Aufbruch des Heeres. Blasinstrumente wurden zu kultischen Zwecken, aber teilweise auch schon im Zusammenhang mit dem Kriegsgeschehen verwendet. Die Entwicklung der Militärmusik verläuft kontinuierlich durch sämtliche Volksgruppen und Zeitalter. So hatte das römische Heer Ende des 4. Jh. n. Chr. bereits ein gut organisiertes Signalsystem. Die Signalbläser hatten aufgrund ihrer Tätigkeit eine bevorzugte Stelle und standen im Offiziersrang.

Im europäischen Mittelalter ist erstmals die Verwendung von Trompeten zur Signalgebung dokumentiert. Viele Instrumente wurden während der Türkenkriege und Kreuzzüge von den Türken übernommen.

Militärmusik in Österreich bis zum Ende des 1. Weltkrieges

Ab dem 1. August 1806 wurden jeder Kompanie, die bisher jeweils 10 Musiker in ihren Reihen hatten, jeweils nur 2 Tambours zugesprochen. Die Pfeiffer wurden abgeschafft, die Militärkapellen mussten starke finanzielle Einbußen hinnehmen, von denen sie sich erst um 1820 erholten. Bis 1845 gelang ihnen ein großartiger Aufstieg zu 26 - 27 Mann starken Orchestern. Dank der großzügigen Unterstützung durch die Regimentsinhaber und dem Offizierskorps waren die Militärkapellen abermals weit über den Rahmen der Vorschriften gewachsen. Am 8. April 1851 wurde der Musikerstand und die Besetzung endgültig auf einen Gesamtstand von 60 Mann normiert.

Heeresmusiken von 1920 - 1924

Die materielle und finanzielle Notlage des neu gegründeten Staates war hauptverantwortlich für den nur zögerlich vollzogenen Wiederaufbau der Militärmusiken. Die bereits erwähnten Probleme führten dazu, dass von einer künstlerischen Bedeutung der Militärmusik keine Rede mehr sein konnte. Dieser Zustand hielt bis zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich an.

Militärmusiken in der NS - Zeit

Die Militärmusiken wurden zum Zwecke der Propaganda stark vergrößert. Keine Kundgebung, keine Ansprache kam mehr ohne die Militärmusik, die ununterbrochen zackige Märsche spielte, aus. Diesen Status behielten die Militärmusiken bis zur Kapitulation des Deutschen Reiches bei.